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“Es ist eine Ehre für diese Stadt, diesen Verein
und die Bewohner Nürnbergs zu spielen.
Möge all dies immer bewahrt werden
und der großartige FC Nürnberg niemals untergehen.”
(Heiner Stuhlfauth)

Max “Muckl” Eiberger

Abbildung entnommen aus Bausenwein u.a.: Die Legende vom Club

geboren am 25. September 1908;

Eiberger absolvierte von 1933 bis 1945 339 Spiele für den 1. FCN, in denen er 9 Tore erzielte. Er errang mit dem Club die deutsche Meisterschaft 1936 sowie die Pokalsiege 1935 und 1939.

Seinen Spitznamen verdankte er seinem Hund, den er stets Muckl rief.

In seinem Geburtsort Rosenheim verbrachte Eiberger nur die ersten fünf Jahre seines Lebens. 1913 zogen seine Eltern in den Augsburger Vorort Göggingen.

Der von Schwaben Augsburg zum Club gekommene Eiberger, der von Beruf Automechaniker war, verstärkte den rechten Flügel und versetzte durch seine Dribblings die Zuschauer in Verzückung. Schnell reifte er zu einer Stütze in der Mannschaft. Auf die Frage, wie er zum Club gekommen sei, antwortete Eiberger: “Ein Schiedsrichter hat mich entdeckt. Das wär’ doch einer für euch, hat er wohl den damaligen Verantwortlichen des Clubs gesagt.”

Der antrittsschnelle Stürmer war früher Turner und Langstreckenläufer. Dazu erzählte er später: “Das Turnen war mir irgendwie zu langweilig. Meine Leidenschaft galt schon damals dem Fußball. Das Fußballspielen musste er aber vor seinen Eltern verheimlichen. Es kostete ihn viel Überredungskunst, den Vater herumzukriegen und einer Fußballmannschaft beizutreten. Mit 14 erst durfte er sich dem SV Göggingen anschließen. Fünf Jahre später sicherte sich Schwaben Augsburg die Dienste des technisch beschlagenen Talents. Die Mannschaft zählte damals zur süddeutschen Elite. Das bekam auch der Club zu spüren, der trotz seiner Idole Stuhlfauth und Kalb in Augsburg mit 2:3 verlor. Für den FCN der letzte Anstoß, Max Eiberger, dessen Name längst im Notizbuch des Vorstandes stand, nach Nürnberg zu holen. Sein Debüt feierte er an Pfingsten 1933 bei einem Gastspiel bei Alemannia Aachen.

Anlässlich seines Abschieds meinte sein Augsburger Vereinspräsident: “Sind wir froh, dass er weg ist, er hat ja eh zuviel gedribbelt.” Auch in Nürnberg war er anfangs zu ballverliebt, bis ihn sich Alfred Schaffer zur Brust nahm. “Dribbeln ist dumm, wenn Nebenleute freistehen”, kritisierte der und öffnete seinem Schüler damit die Augen. Auf einmal spielte der Ballkünstler aus Augsburg mannschaftsdienlich.

Nicht selten erhielt Eiberger auch von den gegnerischen Anhängern Szenenapplaus. Er beherrschte den Ball traumhaft und wurde zu einem echten Gewinn für den Club. Mit unermüdlicher Ausdauer zog er seine Kreise, um im richtigen Augenblick auch einmal etwas auf eigene Faust zu unternehmen. Im schnellen Zickzackspiel rollten er und Karl Gußner zahllose gegnerische Hintermannschaften auf. Allerdings monierte Hans Kalb in der Vereinszeitung vom Oktober 1934 “seinen alten Fehler, zu viel auf eigene Kappe loszugehen. Die Nebenspieler sind zum Zusammenspiel und nicht zum Zuschauen da. Diese Energieleistungen im Feld gegen mehrere Gegner kosten die Kraft, die dann zum Schuss vorm Tor fehlt.”

Im Frühjahr 1935 urteilte die Berliner “Fußballwoche” über Eiberger: “Besitzt einen glänzenden Start, er schnellt förmlich vor. Ist ein prima Techniker, wenn nur nicht das ‘Klein-klein’ wäre.”

Im April 1936 widmeten Anhänger aus Leipzig Eiberger einen Ehrenhut und folgendes Gedicht:

“Ein Motor von ungeheurer Arbeitskraft,
der immer für zwei in jedem Spiele schafft,
der selbstlos arbeitet für das große Ziel,
der immer genau weiß, was er will,
der sich auch als Mensch mit allen versteht,
das ist unser ‘Muggel’, wie ihr ihn hier seht.
Zwar ist er von Gestalt etwas klein,
doch groß soll sein Charakter und Tugend sein.
Nimm deshalb diesen Ehrenzylinder
und vererbe denselben mal auf deine Kinder!”

Für den Titelgewinn 1936 kassierte Eiberger die höchste Gage seiner Laufbahn: 150 Mark! Seine spätere Einschätzung: “Das war damals viel Geld. Aber wenn man bedenkt, dass jeder der 50 000 Zuschauer fünf Mark Eintritt bezahlt hat... Da wurden wir doch unter Wert entlohnt.”

Sein größter Stolz waren zwei Tore gegen den spanischen Ausnahmetorhüter Ricardo Zamora.

Abbildung entnommen aus Bausenwein u.a.: Die Legende vom Club
Vier Pokalsieger von 1940:
v.l.n.r.: Bubi Sold, Max Eiberger, Willi Billmann und Willi Kund

Der Krieg hat verhindert, dass Eiberger auch international ins Rampenlicht treten konnte. Nach 1945 war der Zug natürlich abgefahren. Er ließ die Karriere in der Altliga ausklingen. Nun hieß es für ihn, der vor dem Krieg als Fahrzeugprüfer bei der Stadt Nürnberg tätig war, beruflich voranzukommen. Aus diesem Grund baute er sich als selbständiger Kfz-Meister eine Autoreparaturwerkstatt in St. Peter auf.

Abbildung entnommen aus Vereinszeitung des 1. Fußballklub Nürnberg, 2/1954

 

Abbildung entnommen aus Der Club 9/1988
Max Eiberger mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Karl Gußner
vor seinem Betrieb

Für den Club war er in den umliegenden Dörfern als Talentspäher tätig. Bis ins hohe Alter blieb er ein eifriger Besucher der Heimspiele seines 1. FCN.

Abbildung entnommen aus Der Club 9/1988
Muckl Eiberger mit Tipfi Oehm beim Besuch eines Clubspiels
anfangs der siebziger Jahre

Den Fußball von damals und die Bundesligazeit verglich er folgendermaßen: “Im Grunde hat der heutige Fußball mit unserem Spiel nichts mehr zu tun.”

Abbildung entnommen aus Der Club 10/1988
Muckl Eiberger bei der Ehrung zu seinem 80. Geburtstag

Abbildung entnommen aus Der Club 9/1988
Max Eiberger präsentiert stolz die Dokumente seiner großartigen Laufbahn.